Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

 

in short

1883 gründete Wilhelm von Bode die „Abteilung der Bildwerke christlicher Epochen“, aus der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst hervorgingen. 1904 bezog die Abteilung das neu errichtete Bode-Museum.
Bode-Museum, Museumsinsel Berlin-Mitte
© Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Atelier Tesar
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Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

in detail

Sammlungscharakter der Skulpturensammlung

Die Skulpturensammlung besitzt Bildwerke vom frühen Mittelalter bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert. Ein Sammlungsschwerpunkt liegt auf italienischen Skulpturen. Hauptwerke mittelalterlicher Plastik wie die Madonna des Presbyter Martinus und der Schmerzensmann von Giovanni Pisano leiten über zu Meisterwerken der Frührenaissance. Glasierte Terrakotten von Luca della Robbia, die Pazzi-Madonna von Donatello und die Bildnisbüsten von Desiderio da Settignano, Francesco Laurana und Mino da Fiesole bilden Glanzpunkte der Sammlung.

Ein weiterer Akzent liegt auf der spätgotischen deutschen Plastik mit Werken von Hans Multscher, Tilman Riemenschneider, Hans Brüggemann, Nicolaus Gerhaert van Leyden und Hans Leinberger. Die deutsche Renaissance- und Barockplastik ist mit Statuetten aus Alabaster und Elfenbein vertreten. Herausragend sind die monumentalen Ritterheiligen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

Darüber hinaus besitzt das Museum eindrucksvolle Beispiele baugebundener Plastik. Die Gröninger Empore ist ein Hauptwerk der deutschen Romanik. Skulpturen von Andreas Schlüter und die Gruppe von sechs Feldherrenstatuen, die für den ehemaligen Wilhelmplatz geschaffen wurde, stehen für Berliner Bildhauerkunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Rokoko und Frühklassizismus in Deutschland und Frankreich sind mit Arbeiten von Ignaz Günther, Joseph Anton Feuchtmayer, Edme Bouchardon, Pierre Puget und Jean Antoine Houdon vertreten.

Sammlungscharakter des Museums für Byzantinische Kunst

Das Museum für Byzantinische Kunst besitzt eine erstrangige Sammlung spätantiker und byzantinischer Kunst und ist das einzige seiner Art in Deutschland. Es präsentiert frühchristliche, byzantinische und nachbyzantinische Kunst aus der Zeit vom 3. bis zum 19. Jahrhundert. Die Kunstwerke stammen aus Italien, Konstantinopel (dem heutigen Istanbul), Kleinasien, dem Vorderen Orient, Griechenland, Russland, Ägypten und den Balkanländern. An diesen Werken ist ablesbar, wie in unterschiedlichen Regionen antike Vorbilder übernommen wurden bzw. zur künstlerischen Auseinandersetzung anregten.

Einen Schwerpunkt der Sammlung bilden kostbare Elfenbeinschnitzereien. Darunter befinden sich z. B. die "Große Berliner Pyxis" (um 400), ein Hauptwerk der frühbyzantinischen Kleinkunst. Das Gefäß zur Aufbewahrung von Hostien zeigt als wesentliche Bildmotive einen Figurenfries mit der Darstellung "Christus und Apostel" sowie "Abrahams Opfer".

Die Abteilung für spätantike koptische Kunst stellt in Bezug auf ihre Vielfalt und Qualität eine der weltweit ältesten und besten Sammlungen dar. Sie umfasst hauptsächlich Objekte aus dem Grabbereich wie Statuen und Grabsteine, aber auch Holzschnitzereien, Textilien, Tafelmalerei und Keramik.

Der Bestand der oströmischen und byzantinischen Skulpturen ist in seinem Umfang nur noch vergleichbar im Archäologischen Museum in Istanbul zu finden. Charakteristische Zeugnisse spätantiker Skulptur (3. - 6. Jahrhundert) aus Rom, Kleinasien, Syrien, Griechenland und Ägypten bilden in ihren Formprinzipien und Stiltendenzen eine Grundlage für die mittelalterliche Bildkunst des byzantinischen Reichs.

Die Sammlung der Ikonen widmet sich einem speziellen Bereich der religiösen Porträtmalerei auf Holz, die ihre Anfänge im 6./7. Jahrhundert in Ägypten hatte. Im Anschluss an den Bilderstreit (843) bildete sich der kultische Sondercharakter dieser Gattung heraus. Die dargestellten Heiligen wurden als Abbilder göttlicher Gestalten und Kräfte verehrt. Eine Auswahl von Tafeln repräsentiert wesentliche Aspekte der russischen Ikonenkunst von der Nowgoroder Schule um 1400 bis zur Moskauer Malerei des 19. Jahrhunderts.
Bode-Museum
Die Konzeption des als Kaiser-Friedrich-Museum errichteten Gebäudes geht auf Ideen der Kronprinzessin Victoria zurück, die diese in einer Denkschrift von 1883 veröffentlichte. Wilhelm von Bode war es schließlich, der diese bahnbrechenden Ideen in die Praxis umsetzte. 1897 wurde an der Nordspitze der Museumsinsel mit dem Bau des von Eberhard von Ihne entworfenen Renaissance-Museums begonnen, das den Namen des Gemahls der seit 1888 verwitweten Kaiserin Victoria tragen sollte. In dem im Oktober 1904 eröffneten Kaiser-Friedrich-Museum wurden Malerei und Skulptur, die damals so genannten „hohen Künste“, erstmals gleichrangig nebeneinander präsentiert, wobei sich die Art der Inszenierung von traditionellen Museen unterschied.
Admission
Standard: 8,00 EUR / Reduced: 4,00 EUR Area Ticket Museumsinsel: 18,00 EUR / Reduced: 9,00 EUR
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Visitor entrance

Bode-Museum
Am Kupfergraben, Eingang Monbijoubrücke
10178 Berlin
Germany
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Opening Times

Sun
10:00 - 18:00
Mon
-
Tue
10:00 - 18:00
Wed
10:00 - 18:00
Thu
10:00 - 20:00
Fri
10:00 - 18:00
Sat
10:00 - 18:00

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