Mit 500.000 Objekten aus allen Erdteilen und großen Beständen an Tonaufnahmen, Fotodokumenten sowie Filmen gehört das Ethnologische Museum zu den größten und bedeutendsten seiner Art.
Das Ethnologische Museum sammelt, bewahrt und erforscht vor allem die materiellen Kulturzeugnisse vorindustrieller Gesellschaften, überwiegend aus den außereuropäischen Gebieten.
Das Museum umfasst folgende Sammlungen: Afrika, Amerikanische Archäologie, Amerikanische Ethnologie, Europa, Islamischer Orient, Ost- und Nordasien, Süd- und Südostasien, Südsee und Australien sowie Musikethnologie. Weitere Einrichtungen des Hauses sind das Junior- und das Blindenmuseum.
Die Ausstellung "Amerikanische Archäologie" zeigt die Vielfalt der vorspanischen Kulturen Meso-, Zentral- und Südamerikas, von 2.000 v.Ch. bis zur ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Neben einmaligen Reliefstelen aus Guatemala sind u.a. bemalte Tongefäße der Maya, aztekische Götterfiguren aus Stein und ein Ensemble von Goldobjekten aus Mittelamerika, Kolumbien und Peru zu sehen.
Die Dauerausstellung "Südsee" präsentiert Kulturen aus Ozeanien und Australien. Die Bootshalle beherbergt unterschiedlichste Wasserfahrzeuge, wie z.B. ein Doppelrumpfboot der Tonga-Insel, das begehbar ist. Die maßstabsgetreuen Boote und Häuser Ozeaniens holen die Südsee-Atmosphäre der Inselwelt nach Europa und lassen diese erlebbar werden.
Seit Sommer 2005 präsentiert die Abteilung Afrika eine neue Dauerausstellung zur afrikanischen Kunst: Die Meisterwerke waren bereits 2003/2004 in der mit zwei Kunstpreisen ausgezeichneten Ausstellung „Kunst in Afrika“ in Brasilien zu sehen, wo sie mehr als eine Million Besucher anzogen. Das Konzept, die Gliederung und die Präsentation der Ausstellung heben die Bedeutung der Kunst dieses Kontinentes als zentralem Bestandteil der verschiedenen Kulturen Afrikas hervor. Gegliedert ist sie in vier große Bereiche: eine Einführung in Aspekte der Kunstgeschichte Afrikas, figurale Plastik, Performance und Design. Die neue Dauerausstellung zeigt, dass Kunst aus Afrika über eine eigene kunsthistorische Entwicklung verfügt, die von der westlichen Welt lange Zeit nicht verstanden und anerkannt wurde. Stattdessen wurde die Kunst Afrikas als primitiv betrachtet – ein Stigma, das auf der Ideologie der Kolonialzeit basiert. Darüber hinaus macht die Ausstellung deutlich, dass Kunst aus Afrika neben ihrer religiösen Bedeutung eine Vielzahl anderer Funktionen im Zusammenhang afrikanischer Gesellschaften hatte.
Der Alltagskultur Ostasiens und der Musikethnologie widmen sich kleinere Ausstellungsbereiche. Das „Juniormuseum“ bietet Kindern und Jugendlichen eine „Reise“ von Berlin durch die Sahara bis nach Australien.
Video: Felix von Boehm / cine-fils.com
Museen Dahlem
In den Museen Dahlem befinden sich mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst die Sammlungen außereuropäischer Kunst und Kultur. Das nach Umfang, Qualität und Ausgewogenheit weltweit bedeutendste Sammlungsensemble seiner Art wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Museumszentrum geplant, jedoch erst in den 1970er Jahren baulich verwirklicht. Seit Mai 2005 präsentiert sich das Museum Europäischer Kulturen im gleichen Gebäude.
Admission Area Ticket Dahlem: 8,00 EUR / Reduced: 4,00 EUR