Kunstgewerbemuseum

 

in Kürze

Das Kunstgewerbemuseum ist heute an zwei Standorten vertreten: Am Kulturforum bietet es einen breiten Überblick über europäisches Kunstgewerbe und Design vom Mittelalter bis in die Gegenwart. In der Dependance im Schloss Köpenick sind Werke der Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko zu sehen.
Kunstgewerbemuseum, Kulturforum Potsdamer Platz
© Staatliche Museen zu Berlin. Foto: Maximilian Meisse
Logo: Kunstgewerbemuseum

Kunstgewerbemuseum

im Detail

Das Berliner Kunstgewerbemuseum wurde im Jahre 1868 mit Erwerbungen von der Weltausstellung 1867 in Paris unter dem Namen Deutsches-Gewerbe-Museum zu Berlin eröffnet. Die Gründer wollten mit Unterricht und einer Mustersammlung zur Geschmacksbildung von Kunsthandwerkern, Industriezeichnern und der gesamten Öffentlichkeit beitragen.

Das Kunstgewerbemuseum sammelt europäisches Kunsthandwerk aller nachantiken Stilepochen der Kunstgeschichte, darunter Gold- und Silberschmiedearbeiten, Glas-, Email- und Porzellangefäße, Möbel und Raumgetäfel sowie Tapisserien, Kostüme und Seidenstoffe. Die Auftraggeber für das kostbare Kunstgewerbe stammen aus demselben Kreis, der die führenden Architekten, Bildhauer und Maler beschäftigte: Klerus, Hof, Adel, Patriziat.

KUNSTGEWERBEMUSEUM AM KULTURFORUM

Nach umfangreichen Umbauarbeiten präsentiert sich das Kunstgewerbemuseum am Kulturforum im neuen Gewand. Der 1966 im Geist der Nachkriegsmoderne entworfene Bau von Rolf Gutbrod wurde vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi in weiten Teilen umgestaltet. Durch weiße Einbauten erscheinen Foyer und Treppenhaus nun klar gegliedert. Kasse, Information und Garderobe sind als kubische Einbauten angeordnet und treten durch ihre reduzierte Formensprache im Raum zurück. Das Treppenhaus wird durch die großzügige Ummantelung der waagerechten Treppenelemente vereinheitlicht und zugleich in seiner Skulpturalität betont. Ein einprägsames Wegeleitsystem mit roten Superzeichen verdeutlicht die räumliche Struktur des Gebäudes und führt die Besucher durch das Haus. Ebenfalls neu gestaltet wurden die Ausstellungsräume für die Sammlungsbereiche Mode, Design und Jugendstil bis Art déco.

Ein Haus für Kunst, Mode und Design
Als Haus mit einer Vielzahl von Exponaten, Stilen und Materialien bietet das Kunstgewerbemuseum verschiedene thematische Rundgänge an. Gleich im Eingangsbereich lockt die neue Modegalerie: In abgedunkelten Räumen mit eingebauten Großvitrinen werden rund 130 Kostümen und ebenso viele Accessoires wie in einer Schaufensterpassage inszeniert. Der Besuch gleicht einem Spaziergang durch 150 Jahre Modegeschichte, vorbei an den Schöpfungen berühmter Couturiers wie Paul Poiret, Elsa Schiaparelli und Christian Dior. Berlin erhält damit zum ersten Mal eine thematisch umfassende Dauerausstellung zum Thema Mode. Grundlage der Präsentation bildet die 2009 angekaufte internationale Sammlung von Martin Kamer und Wolfgang Ruf.

Ein weiteres Highlight ist die neu aufgestellte Designsammlung im Untergeschoss. In der hochkarätigen Auswahl sind die Bauhausklassiker ebenso vertreten wie Entwürfe der zeitgen?ssischen Stardesigner Ettore Sottsass, Philippe Starck oder Konstantin Grcic. Eine Stuhlgalerie erg?nzt diesen Rundgang und zeigt eine Auswahl innovativer Entwürfe vom 19. Jahrhundert bis heute. Wie kaum ein anderer Gegenstand ermöglicht der Typus Stuhl eine Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Positionen des Designs. Die Palette reicht von einfachen und zweckdienlichen über luxuriösen bis hin zu phantastischen, von der Funktion losgelösten Gestaltungen.

Im Erdgeschoss und im Obergeschoss gibt das Kunstgewerbemuseum einen systematischen Überblick über die Meisterleistungen europäischer Entwurfs- und Objektkunst vom Mittelalter zum Art déco. So werden im Erdgeschoss die mittelalterliche Schatzkunst mit dem berühmten Welfenschatz und glanzvolle Renaissanceobjekte wie das Lüneburger Ratssilber gezeigt. Im Obergeschoss führen verzierte Kabinettschränke und Kunstkammerobjekte die Sammelleidenschaft des Barock vor Augen. Den beginnenden Klassizismus markiert David Roentgens legend?rer großer Kabinettschrank.

Die Abteilung Jugendstil bis Art déco wird in vier neu eingebauten Kabinetten präsentiert. Die als "Raum im Raum" eingebauten Kabinette bieten im Inneren Bühnen für Möbelstücke und herausragende Exponate, während in den Außenw?nden Vitrinen für weitere Objekte eingelassen sind. Die thematisch gegliederten Ausstellungsbereiche zeigen künstlerische Tendenzen zwischen der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 und dem Ende der 1920er Jahre. Für die Schmuckstücke von René Lalique, Möbel von Henry van de Velde oder Glasfenster von César Klein bieten die intimen Kabinette eine ideale Bühne.

KUNSTGEWERBEMUSEUM IM SCHLOSS KÖPENICK
Zum Museum wurde das 1677-89 im Barockstil erbaute Schloss erstmals 1963. Die Staatlichen Museen zu Berlin präsentierten hier die nach der Teilung Deutschlands im Ostteil verbliebenen Bestände des Kunstgewerbemuseums. 1994 begann die Grundinstandsetzung des Baus, und im Mai 2004 wurde das Schloss als zweiter Standort des Kunstgewerbemuseums wiedereröffnet.
Unter dem Aspekt „RaumKunst“ präsentiert das neue Museumskonzept Möbel und Kunstgewerbe aus Renaissance, Barock und Rokoko. Die Auswahl der über 500 Exponate ist durch ihre ursprüngliche Funktion innerhalb der Wohn- und Repräsentationskultur des 16. bis 18. Jahrhunderts im öffentlichen, privaten und höfischen Leben bestimmt. Der Begriff „RaumKunst“ umfasst alle Bereiche der Innenausstattung, die in früheren Zeiten als Wand- und Raumschmuck bürgerlicher und höfischer Wohnräume dienten: Tapisserien, Lackarbeiten, Wandpaneele, Ledertapeten, ein Kabinett mit barocken Kunstkammerschränken, Tafelaufsätze, Porzellan und Silber. Auch die Deckengemälde und die von Graubündner Meistern geschaffenen Stuckdecken – insgesamt 29 – wurden nach sorgfältiger Restaurierung in das neue Präsentationskonzept einbezogen.

Zu den Höhepunkten des Rundgangs zählen vier bemerkenswert vollständige, begehbare Zimmergetäfel aus den oben genannten Epochen, darunter die reich intarsierten Renaissance-Getäfel aus dem Schweizer Schloss Haldenstein und Schloss Höllrich, weiterhin das Silberbuffet aus dem Berliner Schloss und der wiederhergestellte so genannte Wappensaal.

Der barocke Dachstuhl ist ein technisches Denkmal von besonderem Rang. Hier wird die Studiensammlung von Metallgeräten, Fayencen, Glas und Porzellan präsentiert. Das Untergeschoss mit Resten des mächtigen Nordost-Turms aus dem Vorgängerbau nimmt eine Abteilung zur Bau- und Siedlungsgeschichte der Schlossinsel auf. Multimediale Erläuterungen zu Schlossgebäude und Sammlung, ein Lesekabinett und nicht zuletzt das idyllisch am Ufer gelegene Schlosscafé vervollständigen das umfassende Besucherangebot.
Schloss Köpenick
Das 1677-83 von R. van Langervelt erbaute Schloss diente seit 1963 als Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin.
Die ursprünglichen hochbarocken Raumdekorationen sind vor allem mit Stuckdecken teilweise erhalten. Am eindrucksvollsten sind sie in dem reich ausgemalten "Wappensaal" zu erleben.
Eintritt
Standard: 6,00 EUR / Reduced: 3,00 EUR
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Besuchereingang

Kunstgewerbemuseum
Matthäikirchplatz 6
10785 Berlin
Deutschland
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Öffnungszeiten

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Schloss Köpenick
Schlossinsel 1
12557 Berlin
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April - September: Tues - Sun (Di - So) 11:00 - 18:00
October - March: Thu - Sun (Do - So) 11:00 - 17:00

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